Die Analyse von Mustern und Trends wird bereits in verschiedensten Branchen als Schlüssel zum Erfolg angesehen, um erfolgreiche Zukunftsentscheidungen zu treffen. In der Rechtsbranche kommt diese Entwicklung auch langsam an. Doch was genau steckt hinter Begriffen wie Legal Analytics, Predictive Analytics and Predictive Justice?

1. Predictive Analytics
Branchenunabhängig bezeichnet man die Auswertung großer Datenmengen mit dem Zweck der Prognose zukünftiger Entwicklungen als Predictive Analytics, also vorhersagende Analysen. Predictive Analytics gibt es schon seit vielen Jahren, doch erst in der näheren Vergangenheit begann der breitflächige Einsatz durch immer größere vorhandene Datenmengen (Big Data, Open Data), zugänglichere Technik und neue Softwaretools, insbesondere durch Künstliche Intelligenz. Der Gebrauch von Predictive Analytics kann heutzutage den entscheidenden Wettbewerbsvorteil ausmachen. Auch im juristischen Bereich zieht die Verwendung von KI zur Datenanalyse und Erstellung von Prognosen langsam aber sicher ein (Legal Analytics). Ein wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang sind Predictive Justice Tools (PJT).
2. Predictive Justice
Predictive Justice Tools kommen bei der Analyse von Gerichtsprozessen zum Einsatz und können sowohl auf Seite der Streitparteien bzw. Anwälte, aber auch seitens des Justizapparats nützlich sein. Grundsätzlich ist Predictive Justice eine KI-basierte Technologie zur Prognose der Wahrscheinlichkeit eines Gerichtsurteils. Anhand von Daten früherer Entscheidungen und Besonderheiten der Fälle kann die KI also vorhersagen, wie der Fall vor Gericht wahrscheinlich entschieden wird. Für Anwälte bedeutet dies, dass Risiken und Erfolgschancen besser eingeschätzt werden können. Faktoren des konkreten Falls können im Lichte vergangener Gerichtsentscheidungen, deren Argumenten, Besonderheiten, sogar der konkreten Richter, betrachtet und bewertet werden. Auf dieser Basis können Anwälte und ihre Mandanten entscheiden, ob es sich lohnt, Zeit und Geld in einen Prozess zu investieren. Auch die voraussichtliche Höhe von Abfindungen und ähnlichem lässt sich so ermitteln. Gerichte auf der anderen Seite haben potenziell die Chance, ihre Prozesse, zumindest weniger komplexe Streitfragen, zukünftig zu automatisieren.

3. Anwendung von Predictive Justice
Zur Vorhersage von US Supreme Court Entscheidungen wurde ein System entwickelt, das dessen Entscheidungen, ob es die erstinstanzliche Entscheidung bestätigt oder aufheben, mittels der Random Forest Methode mit einer Sicherheit von 70,2 % vorhersagen kann. Es ist jedoch mehr als fraglich, ob dieses System auch in Deutschland funktionieren würde. Im Unterschied zum amerikanischen Common Law System, in dem Gerichtentscheidungen bindend sind („principle of stare decicis“), zählt in Deutschland, wo das Civil Law System angewendet wird, rein die Auslegung des Gesetzes, welches stetigem Wandel unterliegt und wo es keine bindenden Präzedenzfälle gibt. Natürlich gibt es Bereiche mit mehr oder weniger Wandel, das System müsste jedoch an die notwendige intensive Gesetzesauslegung angepasst werden. Dementsprechend müssten nicht nur eine Textanalyse stattfinden und vergangene Entscheidungen analysiert werden, sondern auch Entstehungsgeschichte, systematischer Kontext und Sinn und Zweck des Gesetzes erfasst werden.
4. Predictive Policing
Predictive Policing beschreibt einen weiteren Einsatzbereich von Predictive Analytics im juristischen Bereich. Hredic Man unterscheidet zwischen präventivem und repressivem Einsatz dieser Methode, unterscheidet also zwischen dem Ziel der Prävention von Straftaten und der Verfolgung von Straftaten. Die Vorhersagen können zum einen für die Wahrscheinlichkeit, dass an einem bestimmten Ort Straftaten begangen werden, getroffen werden, zum anderen für die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Person oder Personengruppe Straftaten begeht. Zwar eröffnen sich hiermit neue Chancen, Kriminalität zu verhindern, jedoch entsteht auch ein großes Risiko für Freiheitsrechte. Je nachdem welche Daten und Eigenschaften wie bewertet werden, kann es schnell zu Stigmatisierung und Vorurteilen kommen.
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Branchenunabhängig bezeichnet man die Auswertung großer Datenmengen mit dem Zweck der Prognose zukünftiger Entwicklungen als Predictive Analytics, also vorhersagende Analysen.
Predictive Justice Tools kommen vor allem bei der Analyse von Gerichtsprozessen zum Einsatz und können sowohl auf Seite der Streitparteien bzw. Anwälte, aber auch seitens des Justizapparats nützlich sein. Grundsätzlich ist Predictive Justice eine KI-basierte Technologie zur Prognose der Wahrscheinlichkeit eines Gerichtsurteils.
Beim Predictive Policing werden mithilfe von Predictive Analytics Vorhersagen über das Auftreten zukünftiger Straftaten getroffen.
