Wir sind Zeugen, wie schnell die Technologie Tag für Tag voranschreitet. In der Rechtsbranche ist es jedoch schwierig, etwas Neues einzuführen, da diese seit Jahrzehnten auf den gleichen Methoden basiert. Für den heutigen Zeitpunkt sind diese zugegeben auch etwas veraltet. Insgesamt hinkt die Rechtsbranche in Sachen Digitalisierung anderen Branchen etwas hinterher. Aus diesem Grund entschieden sich junge Doktorandinnen und Doktoranden der ETH Zürich, ihr Wissen über die Computertechnologie zu nutzen und eine Software zur Digitalisierung von Daten in der Rechtsbranche zu entwickeln. Ihre Lösung trägt den Namen DeepJudge-KI und hilft Kanzleien dabei, Zeit und Geld zu sparen, indem die Dokumente intelligent analysiert und bearbeitet werden.
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DeepJudge-KI zur Analyse von Rechtsdokumenten
Die KI-Software wurde zuvor mit Abertausenden von Dokumenten trainiert, um relevante Rechtskonzepte anhand von semantisch verwandten Textpassagen miteinander zu verknüpfen und zu verstehen. Im Mittelpunkt jedes KI-Produktes steht ein gewisser Algorithmus. Der Algorithmus der DeepJudge-KI Software sorgt dafür, dass die Dokumente gründlich analysiert werden, um sie danach mit Gesetzestexten, Verträgen und früher analysierten Urteilen zu vergleichen.
In wenigen Sekunden zeigt die Software dann ihre Ergebnisse auf dem Bildschirm: Die wichtigsten Punkte sind markiert und führen dank der Querweise zu den wichtigsten Informationen, die gefunden werden konnten. Dadurch müsste man nicht mehr tagelang sitzen und nach relevanten Fällen suchen, sondern kann stattdessen einfach ein Stichwort eingeben und die Software findet alle relevanten und wichtigen Informationen in kürzester Zeit.
Da die Gründer selbst keinen juristischen Hintergrund haben, sondern aus dem Bereich der Computerwissenschaft stammen, ist die Software umso benutzerfreundlicher gestaltet. Mittlerweile wurden natürlich auch Juristinnen und Juristen in das Team geholt.
Große Zürcher Kanzleien bereits überzeugt
Inzwischen genießt das Team hinter DeepJudge bereits Vertrauen von einigen großen Zürcher Wirtschaftskanzleien, darunter der Kanzlei Walder Wyss und der Wirtschaftskanzlei Niederer Kraft Frey (NKF). Die Angestellten der Kanzleien sind der Meinung, dass diese Software zwar sehr behilflich sei, jedoch kein 100%iger Ersatz für den Menschen ist. Dennoch kann die KI dabei helfen, die gesuchte Nadel im Heuhaufen einfacher zu finden. Für die Implementierung der Software werden aber auch zeitliche und finanzielle Ressourcen, benötigt, weshalb so manche Kanzleien dieser Möglichkeiten erst gar keine Chance gegeben haben.
Jurata – eine digitale Börse für Anwälte und Klienten
Ein weiterer Name in dieser Branche ist das Start-up Jurata, dessen Software jedoch auf einem anderen Prinzip als DeepJudge-KI basiert. Hierbei handelt es sich um eine Art Marktplatz-Plattform, bei der die Kunden die Möglichkeit haben, für ihre Angelegenheiten den passenden Anwalt zu finden. Der Fokus liegt aktuell auf dem KMU-Bereich, denn hier sehe das Start-up das größte Potenzial. Diese Funktion ist auch für Juristen als Akquise-Kanal vom großen Vorteil, da sie somit einen besseren Überblick bekommen und sich einfach einen Fall aussuchen können, der zu ihrer Expertise am besten passt. Inzwischen bieten ca. 1200 Anwälte auf Jurata ihre Dienstleistungen ab, was immerhin etwa 10 % der gesamten Anwaltskanzleien in der Schweiz ausmacht. Obwohl die beiden Start-ups noch recht jung sind, haben sie bereits große Veränderungen bewirkt und die angestaubte Rechtsbranche etwas aufgemischt. Die zwar vollkommen verschiedenen Software-Lösungen bringen ein neues Licht in die Welt der Juristik, wovon sowohl Anwaltskanzleien als auch ihre Mandanten profitieren können.

