Bosch GPT! DM GPT! Bald auch Kraftfahrtbundesamt GPT? Was steckt hinter den Ankündigungen großer Unternehmen, für die eigenen Mitarbeiter ein selbst gebautes GPT-Modell zur Verfügung zu stellen? Was bringt so ein ChatGPT-Klon denn überhaupt und wie werden sie erschaffen? Während der eigentliche ChatGPT-Hype so langsam abklingt befeuern nun zunächst Elektrohersteller Bosch und Drogeriekette DM die Schlagzeilen. Der Name BoschGPT klingt gewöhnungsbedürftig, das wird dem Unternehmen aber wohl egal sein, wenn Analysen in 5 Jahren eine gesteigerte Effizienz der Arbeitsleistung sehen. Es gilt wie immer: Hype oder Vorreiter?

1. Was ist BoschGPT?
Der Name in den Schlagzeilen alleine beschreibt eigentlich auch schon alles, was geplant ist: Bosch möchte ChatGPT als individualisierte, eigene Variante. Abgepasst auf die eigenen Firmenpolicies, geschult zum beantworten eigener spezieller Fragen und vor allem: Mit eigener Kontrolle über Datenverarbeitung. Das sind die erwarteten Vorteile einer Einführung eines KI-basierten Chatbots für größere Unternehmen. Und diese Vorteile möchte Bosch schon dieses Jahr nutzen können, denn BoschGPT soll noch vor dem Jahreswechsel eingeführt werden. Viele halten das für unwahrscheinlich, wobei der Entwicklungsstand im Hintergrund unbekannt ist, sodass es sich hier nur um Spekulationen handelt.
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2. Wieso möchten Unternehmen eigene Chatbots?
Dass ChatGPT in vielen großen Unternehmen für bessere Arbeitsleistung, höhere Effizienz und eben insgesamt eine Zeitersparnis verwendet wird ist schon lange bekannt. Es fing an bei kleineren Start-Ups, die wohl mehr Mut und Transformationsgeist hatten. Doch auch viele der Global Player erkannten das Potential. Bei ihnen schwingt jedoch auch immer die negative Seite von ChatGPT deutlicher mit: Firmendaten, generell sensible Daten und auch einfache Personendaten will man nicht gerne dem Chatbot von OpenAI füttern. Denn die Datenverarbeitung ist einerseits undurchsichtig und andererseits sehr „offen“, indem kein Wert auf Anonymisierung vor einer Weitergabe an andere Nutzer gelegt wird.


3. Firmenberater oder digitales Handbuch?
Daher erscheint es durchaus denklogisch, dass Unternehmen sich die Vorteile eines ChatGPT mit einer eigenen, kontrollierten Variante ins Haus holen wollen. Doch was genau wären die Aufgaben von DM GPT und Co? Auffällig ist, dass die Ankündigungen oft wie ein Versprechen an die eigenen Mitarbeiter klingt. Es scheint so, als hätten diese das Bedürfnis nach einem ChatGPT, den sie auf der Arbeit benutzen dürfen. Denn die meisten Unternehmen haben den Zugang zum Chatbot von OpenAI eingeschränkt oder ganz verboten. Scheinbar ist hiergegen Protest aufgekommen, sodass nun eine Lösung im eigenen Klon besteht. Daher wirkt es eher, als würden die GPTs mehr als Recherche-Tool oder Handbuch für die Aufgaben der Mitarbeiter eingesetzt werden.
4. Wie geht das?
Nun, hier stellen sich einmal die technische und einmal die juristische Frage nach der Umsetzbarkeit. Juristisch werden viele direkt an Urheberrechte, Patente und ähnliches denken, wenn es um den Klon eines anderen Produktes geht. Spannend ist hier auch, welche nationalen Gesetze gelten, bzw. ob es nicht doch einfach eine Abrede mit OpenAI geht. Juristisch einfacher könnte es auch werden, wenn technisch nur auf Open-Source-Daten zugegriffen wird. Wenn also der Source-Code als freiverfügbare Version den Unternehmen zugänglich ist, dürften sie daraus wohl eben auch ihre eigenen KI-Systeme entwickeln. Ob es dort aber nicht doch auch juristische Schwierigkeiten geben wird, bleibt in diesem sehr dynamischen Feld aber sicher abzuwarten.
