Legal Design ist ein relativ neues Konzept, welches juristisches Fachwissen mit den grundlegenden Methoden des Designs verbindet. Legal Design kann hierbei alles umfassen, vom Webdesign bis hin zu mobilen Anwendungen und mehr. Das Konzept erfreut sich zunehmender Beliebtheit, da es erhebliche Fortschritte in Bezug auf Effizienz und Genauigkeit bietet. Legal Design trägt hierbei auch zur Kostensenkung bei, indem es die Kommunikation zwischen Anwaltskanzleien und Mandanten vereinfacht. In diesem Beitrag werden wir erklären, was Legal Design ist, wie es funktioniert, warum Sie es nutzen sollten und welche Vor- und Nachteile es hat.
Was ist Legal Design?
Legal Design ist der Prozess der Optimierung des Zugangs zum Recht durch den Einsatz von Design Thinking. Dabei wird ein nutzerzentrierter Ansatz verwendet, um juristische Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die leichter zu verstehen und zu nutzen sind. Dies kann von der Entwicklung einfachsprachiger Dokumente über die Gestaltung benutzerfreundlicher Websites bis hin zur Erstellung von Infografiken reichen, die den Menschen dabei helfen, ihre Rechte besser zu verstehen.
Unter Legal Design versteht man kurz gesagt einen nutzerzentrierten Ansatz für Problemlösungen und Innovationen im Recht. Juristisches Fachwissen wird mit der Denkweise und den Methoden des Designs verbunden. Die Bedürfnisse und auch Gewohnheiten des Rechtsuchenden stehen in diesem Prozess im Vordergrund. Wenn es um technische Lösungen geht, hilft die Methode dabei, die richtige technische Infrastruktur (Backend) zu schaffen und gleichzeitig ein intuitives “User Interface“ (Frontend) zu gestalten. Das Ziel ist stets, nützliche, anwendbare, verständliche und ansprechende Resultate zu schaffen, die ein echtes Problem lösen. Das gilt für juristische Produkte, Dienstleistungen, Arbeitsschritte, Systeme, Geschäftsstrategien, Ökosysteme und Nutzererfahrungen.
-Astrid Kohlmeier, Rechtsanwältin und Autorin (Das Legal Design Buch)
Wie funktioniert Legal Design?
Beim Legal Design wird ein nutzerzentrierter Ansatz für Rechtsdienstleistungen verfolgt. Das bedeutet, dass bei der Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen nicht die Vorstellungen der Juristen im Vordergrund stehen, sondern die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen, die diese Produkte und Dienstleistungen in Anspruch nehmen.
Dies kann eine Befragung der Nutzer beinhalten, um herauszufinden, was sie von den derzeitigen Produkten und Dienstleistungen halten, oder die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen, um Probleme zu lösen, die mit den bestehenden Lösungen nicht gelöst werden können.
Warum sollten Sie Legal Design nutzen
Wenn Sie nach einer Möglichkeit suchen, den Zugang zum Recht zu verbessern, dann könnte Rechtsdesign die richtige Lösung für Sie sein. Es ist ein kostengünstiger und effizienter Weg, um juristische Produkte und Dienstleistungen verständlicher und benutzerfreundlicher zu machen. Es kann auch dazu beitragen, Streitigkeiten zu vermeiden oder zu lösen, bevor sie zu kostspieligen Rechtsstreitigkeiten werden.
Vorteile von Legal Design:
1. Besserer Zugang zum Recht, da die Menschen ihre Rechte und deren Schutz leichter verstehen können.
2. Positive Auswirkungen auf die Gesellschaft, da mehr Menschen ein besseres Verständnis ihrer Rechte und Pflichten haben.
3. Gesteigerte Effizienz, da die Kapazitäten in der Judikative besser eingesetzt werden können, wenn Probleme durch präventive Maßnahmen und nicht durch reaktive Maßnahmen wie angegangen werden.
Mögliche Nachteile:
1. Es bedarf einer speziellen Ausbildung, um das System effektiv nutzen zu können.
2. Das Risiko, dass Änderungen von den Nutzern, die an das derzeitige System gewöhnt sind, nicht gut aufgenommen werden.
3. Der Zeit- und Arbeitsaufwand, der für die Erstellung eines neuen Designs erforderlich ist, kann für einige Unternehmen abschreckend wirken.
Wer kann Legal Design nutzen?
Obwohl diese Art von Dienstleistungen in erster Linie für staatliche Stellen gedacht sind, können auch viele private Unternehmen davon profitieren. Denn Rechtsdesign kann dazu beitragen, Streitigkeiten zu vermeiden oder zu lösen, bevor sie in einem ausgewachsenen Rechtsstreit enden.