Und schon wieder sprengt eine KI alle Schlagzeilen! Nach und neben ChatGPT und Google Bard hat nun Microsoft seinen „365 Copilot“ vorgestellt. Dieser soll bei allen Microsoft Office Anwendungen (Word, Excel, PowerPoint etc.) automatisch integriert sein und auf enorme Weise „helfen“. So zeigt etwa ein Video von Microsoft, wie der Copilot im Sinner einer kreativen KI aus einem langen vorgeschriebenen Text selbstständig eine PowerPoint-Präsentation mit Stichworten und Bildern erstellt. Und auch bei Word soll die KI etwa Textvorschläge generieren – oder eben den ganzen Text. Was ist dabei für Anwälte? Excel-Muffel brauchen nun nichtmal mehr nach Formeln zu googeln: In normalen Sätzen lassen sich Befehle an den Chatbot geben, der daraufhin alles übernimmt.

1. PowerPoint Funktionen
Nun kommt es im Hauptgeschäft eher selten vor, dass Anwälte tatsächlich PowerPoints erstellen müssen, doch bei immer häufiger werdenden Pitchs oder bei internen Besprechungen kommt es ja doch ab und zu vor. Nun muss kein Praktikant mehr damit beauftragt werden mal eben eine hübsche Präsentation aus dem 20-seitigen Word-Dokument zu erstellen. Dank 365 Copilot wird es die Funktion „Copilot“ geben, mit der sich eine Art Chat öffnet. Wie mit ChatGPT lässt sich nun mit Copilot als Chatbot interagieren. Ein Video von Microsoft zeigt: Einfach „Erstelle mir eine Präsentation aus dieser Quelle“ eingeben und schon hat man innerhalb von weniger als 1 Sekude die gesamte Präsentation aufbereitet, samt Bildern und Quellen. Nun kann man Anpassungen vornehmen, oder von vorneherein „Beibehalten“ anklicken – fertig! Eine Präsentation ist zu lang? „Kürze diese Präsentation um x Seiten, aber lege den Fokus auf y.“
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2. Word-Funktionen
Word ist wohl eines der am häufigsten verwendeten Programme auf dem Anwalts-Computer. Die Copilot-KI kann nun in Grundzügen ähnlich agieren wie ChatGPT: Die Vorstellung der Funktion von Microsoft zeigt, dass etwa der Befehl „Erstelle aus dieser Präsentation/von dieser Website/aus diesen Tabellen einen dreiseitigen Projekt-Vorschlag.“ auch innerhalb einer Sekunde zu einem fertig ausformulierten Word-Dokument führt. Auch bei Copilot lässt sich dabei die Sprache bzw. der Stil des Textes anpassen. Oder aber ein selbstgeschriebener Text lässt sich komfortabel kürzen, indem etwa Synonyme gefunden werden oder Sätze verdichtet werden, ohne dass der Autor selbst sich für oder gegen Informationen zum Streichen entscheiden muss. Einen juristischen Schriftsatz wird der Copilot wohl erst einmal nicht erstellen – doch für den hat man doch meist eh schon seine Vorlage. Für all die anderen Themen könnte er eine enorme Arbeitserleichterung sein.



3. Der große Game-Changer Excel
In Lebensläufen wird sich gerne mit „guten Excel-Kenntnissen“ gerühmt. In Wahrheit beherrschen die wenigsten tatsächlich den Umgang mit diesem sehr potenten Tool. Unzählige Formeln und Verknüpfungen von Kästchen können zu sehr nützlichen Tabellen und Übersichten führen.
Doch nun ist dies alles kein Hexenwerk mehr. Ja, sogar ein Excel-Neuling kann nun die kompliziertesten Rechnungen anstellen, denn: Er kann sie ganz einfach in seiner normalen Alltagssprache formulieren. Die Beispiele von Microsoft geben uns allen Hoffnung für den Umgang mit Excel. Einfach der Copilot-KI sagen „
Gib eine Aufschlüsselung der Verkäufe nach Art und Kanal an. Füge eine Tabelle ein. / Projiziere die Auswirkungen von [Änderung einer Variablen] und erstelle ein Diagramm zur Veranschaulichung. / Modelliere, wie sich eine Änderung der Wachstumsrate für [Variable] auf meine Bruttomarge auswirken würde.“
4. Was bedeutet das für die Anwaltskanzlei?
Es ist wie so oft das gleiche Motto: Der technische Fortschritt vereinfacht die Arbeit des Anwalts. Er muss nun nicht stundenlang nach Excel-Formeln googeln oder Bilder in einer Präsentation platzieren. Er muss auch nicht extra jemanden dafür anstellen! Und hier könnte es tatsächlich dazu kommen, dass Arbeitsplätze wegfallen, wenn die Microsoft-KI sich noch ein bisschen weiterentwickelt. Denn tatsächlich ist der Job von nicht wenigen in der Wirtschaft, aber im Sinne von studentischen Mitarbeitern auch in Kanzleien, die Präsentationen für die Anwälte vorzubereiten oder die Quartalszahlen in Excel auszuwerten. Wer sich hiervor verschließt, dem geht es wie bei sonstigem Legal-Tech: Die Konkurrenz wird schneller und billiger arbeiten. Also vielleicht lieber arbeitserleichternd mit, statt aus Trotz gegen die Technik arbeiten.
