Paypal bringt eigenen Paypal-Coin raus. Krypto-Währungen haben oftmals keinen guten Ruf und das in weiten Teilen auch zurecht. Andererseits lässt sich nicht bestreiten, dass sie eine der wegweisenden Neuerungen unseres Zeitalters sind. Dezentrale Währungen waren zuvor undenkbar. Dass sie zur Zeit im großen Stil von Kriminellen genutzt werden ist aber ja beim Euro nicht anders. Die fehlende Transparenz, die hohem Kursschwankungen und fehlende Regulierungsmöglichkeiten vermiesen eher das Bild. Doch die dahinterstehende Technik ist genial und so wundert es nicht, dass nun auch Bezahl-Gigant Paypal in das Krypto-Geschäft einsteigt.

1. Was war passiert?
Schon vor einiger Zeit hatte Paypal angekündigt, man wolle eine eigene Krypto-Währung herausbringen. Der Markt des digitalen Geldes ist momentan ohnehin im Umschwung, man denke nur an den geplanten digitalen Euro. Paypal, das ursprünglich von „Innovations-Unternehmer“ Elon Musk gegründet worden war, ist heutzutage das führende digitale Bezahlsystem und ist aus dem Alltag kaum wegzudenken. Selbst an Flohmärkten wird nun immer wieder die Bezahlung per QR-Code und Paypal angeboten. Nun scheinen die Pläne für die eigene Krypto-Erweiterung aber konkreter z werden und die Banken-, Tech- und Jura-Welt schaut gebannt zu.
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2. Den Hype entzaubern
Dass diese Ankündigung große Wellen schlagen würde war abzusehen. Es ist nicht weniger als die Verrückung von Krypto-Währungen vom zwielichtigen Randbereich in Richtung der Mitte der Gesellschaft. „Wenn Paypal das macht kann es ja so gefährlich nicht sein“ wird sich mancheiner denken. Dabei ist Paypal nicht das erste Großunternehmen, das mit Krypto-Währungen hantiert. Tesla beispielsweise hat mit Bitcoin-Investments über Elon Musk Unsummen an Geld generiert – so viel, dass ein Tweet des Firmenchefs den Kurs der „dezentralen“ Währung direkt beeinflussen kann.
Doch bei Paypal muss man enauer hinsehen.


3. Wirklich eine Krypto-Währung?
Denn noch ist unsicher, wie sich die Umsetzung konkret gestalten wird. Experten warnen vor zu viel Euphorie: Es sei gut möglich, dass Paypal eher einen Mittelweg und eine unechte Krypto-Währung herausbringen könnte. Angekündigt ist ein digitaler Paypal-Dollar, der auf dem Ethereum-Netzwerk laufen soll. Das legt eine Kopplung an den Dollar-Kurs nahe und wäre damit eher eine digitale Währung als wirklich Krypto. Dies hängt jedoch auch von den meist schwammigen Definitionen von Krypto ab und kann sich durchaus noch ändern. Warum Paypal diesen Schritt geht wird nicht gesagt, es ist wohl einfach ein Versuch, der ziemlich sicher zukunftsweisend wird.
4. Kritik
Neben dem Vorwurf, Paypal kündige viel mehr an, als am Ende herauskommen wird müssen sich die Verantwortlichen vor allem Kritik für den Standard ihrer Krypto-Währung gefallen lassen. Wie bereits erwähnt wird der Paypal-Dollar af dem Ethereum-Netzwerk laufen und dabei Smart-Contract-Technologie nutzen wie sie auch aus dem Legal-Tech-Bereich bekannt ist. Der genutzte Standard ist dabei vom technischen Hintergrund her ziemlich komplex, er erlaubt Paypal aber vor allem, Transaktionen z stoppen, Geld einzufrieren oder Vermögen sogar ganz zu löschen. Entschieden hat man sich trotzdem dafür, weil er eben gleichzeitig auch kostenlose Transaktionen ermöglicht – sicher aber auch wegen der verliehenen Machtposition, die kritisch bewertet wird.

5. Juristisch hoch interessant
Nach dem KI-Hype des letzten halben Jahres und überraschend schnellen regulatorischen Antworten seitens der EU bleibt es nun spannend, wie es sich auswirkt, wenn neben Paypal womöglich auch andere Big Player sich dem Thema widmen. Wie immer muss die Juristerei bzw. die Legislative schnell nachziehen und bis dahin möglichst interessengerechte, zukunftsfähige und dennoch dogmatisch saubere Lösungen improvisieren. Auch der damit verbundene gesellschaftliche Wandel wird hier eine große Rolle spielen. Es könnte wie der Wechsel von Bargeld zu EC werden, nur um ein Vielfaches brisanter und disruptiver.
