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Was ist eigentlich bei Twitter los?

Elon Musk ist Chef des Elektroautoherstellers Tesla, der Weltraumfirma SpaceX und führt mit über 120 Millionen Followern den weltweit zweitgrößten Twitteraccount. Das war ihm jedoch nicht genug, denn vor Kurzem kaufte er auch noch Twitter vollständig auf. Das hatte mehr negative Auswirkungen, als der Multimilliardär vorhergesehen hatte.

Hellgraue Box mit Inhaltsverzeichnis und Anker

1. Musk will eigene Social-Media-Plattform

Bereits im März 2022 äußert Musk sich positiv gegenüber dem Gedanken einer eigenen Social-Media-Plattform. Im gleichen Monat setzte Musk eine Twitterumfrage auf, ob sich die Plattform an den Grundsatz der Meinungsfreiheit halten würde. Seine Follower stimmten überwiegend mit „nein“ ab und als Reaktion kaufte der Multimilliardär schon einen Monat später die ersten Aktien von Twitter für 2,9 Milliarden US-Dollar. Mit fast 10% war Musk somit der größte Aktionär der Plattform. Zu Beginn integrierte die Plattform den Superreichen in den Konzern, wollte ihn in den Verwaltungsrat aufnehmen und hoffte auf die langfristige Wertsteigerung des Unternehmens. Etwas mehr als eine Woche nach dem Kauf erster Twitter-Aktien versuchte Musk schließlich, die anderen rund 90% der Aktien aufzukaufen. Twitter jedoch stärkt die Rechte der anderen Anteilseigner und verhindert somit kurzfristig eine Übernahme.

2. Tesla-Investoren sind wütend

Musk gelang die Übernahme schließlich doch und schloss den Deal für über 44 Milliarden Euro ab. Der Tesla-Chef, dessen Vermögen auf 138 Milliarden US-Dollar geschätzt wird und ihn zum zweitreichsten Menschen der Welt macht, zahlte etwas mehr als die Hälfte der Übernahmekosten aus eigener Tasche. Dafür stoß er auch Aktien in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar des Unternehmens Tesla ab. Teslas Aktienkurs ist daraufhin stark gesunken und viele Investoren seien wütend auf Musk, da sie davon ausgehen, er habe durch die Ablenkung durch Twitter nicht mehr genügend Aufmerksamkeit für den Autokonzern. Die zweite Hälfte der Kaufsumme für Twitter wurde durch Investmentfonds, Privatinvestoren und beispielsweise dem staatlichen Investitionsfonds des Emirats Katar, welches wegen gravierender und wiederkehrender Menschenrechtsverletzungen in Kritik steht, finanziert.

3. Meinungsfreiheit, die zu Hass führt?

Musk scheint mit der App nicht zufrieden zu sein und sie verändern zu wollen. Twitter soll zu einer Multifunktions-App namens „X“ umgebaut werden, mit der unter anderem auch bezahlt werden kann. Außerdem möchte Musk für mehr Meinungsfreiheit auf der Plattform sorgen und strikte Inhaltsbeschränkungen lockern. Zunächst wurden dafür ein paar der Topmanager und insgesamt rund die Hälfte aller Angestellten gefeuert. Viele Prominente wie Elton John oder Jim Carrey meldeten sich daraufhin als Reaktion auf die Übernahme Musks von Twitter ab. Kritiker befürchten zudem, dass unter Musks Hand nun Desinformation und Hass unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit vermehrt auftreten und sich auf reale Handlungen übertragen wird. Grund dafür ist unter anderem, dass Twitter nicht mehr genug Personal habe, um die Sicherheit der Plattform zu gewährleisten. Ein weiterer Grund ist, dass Donald Trumps Kontosperrung aufgehoben wurde und weitere wegen zweifelhafter Gründe gesperrte Konten wieder freigegeben werden sollen. Twitter hatte das Konto des amerikanischen Ex-Präsidenten Anfang 2021 nach der Erstürmung des US-Kapitols wegen des hohen Risikos der weiteren Anstiftung zur Gewalt, Verstößen gegen Regeln zum Schutz vor Hassrede und schädlicher Desinformation gesperrt.

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4. Mehr Kritik als gedacht

Politisch birgt die Übernahme auch deshalb Sprengkraft, weil sie beispielsweise bei Nichtlöschung regimefeindlicher Tweets zu Konflikten mit der chinesischen Diktatur führen kann. Musk entgegnete den Bedenken mit einem Bezahlabonnement für verifizierte Profile, das Fakeprofilen vorbeugen soll. Wer seine Verifizierung behalten möchte, soll 8 Dollar pro Monat bezahlen. Ob man so einen bewussten Umgang mit der großen Verantwortung von Profilen mit großer Reichweite absichern kann, wird sich in Zukunft zeigen. Die Relevanz von Twitter als politisches Machtinstrument ist nicht zu unterschätzen, was auch ein offener Brief des Hochkommissars für Menschenrechte der Vereinten Nationen zeigt. Volker Türk fordert Musk darin auf, die Menschenrechte auf Twitter zu achten. Viele User sind bereits zu dem twitterählichen Anbieter Mastodon gewechselt, deren Userzahl sich innerhalb kürzester Zeit nach der Übernahme Musks verdoppelt hatte. Die weitere Entwicklung von Twitter, Tesla und Co. bleibt abzuwarten.

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