Bei Suchmaschinen ist das Machtgefüge seit Jahrzehnten klar: Die wenigsten benutzen Bing und nach Gerüchten ist der meistgesuchte Suchbegriff auf Bing sogar „Google“. 93% des Markts beherrscht Google und schlägt Bings 3% so sehr, dass von einem echten Monopol gesprochen werden kann. Doch nun könnte sich das Blatt entscheidend wenden, weil Google im KI-Wettrennen nicht hinter zu kommen scheint. Microsoft hingegen scheint den richtigen Riecher zu haben und möchte so den allmächtigen Konkurrenten in Zukunft von Platz 1 verdrängen – mit Hilfe von ChatGPT.

1. Erneut ChatGPT
Der Hype um ChatGPT hört nicht mehr auf und das anscheinend zurecht. Zumindest sieht auch Microsoft in der KI den entscheidenden Schlüssel, um das Internet der Zukunft zu gestalten. Das Unternehmen hat angekündigt, man wolle Milliarden investieren und ChatGPT in Microsoft-Anwendungen integrieren. Für beide Seiten hat das große Vorteile. Während ChatGPT wohl gar keine Publicity mehr braucht erhält es aber einen der größten Tech-Giganten als Investor und vor allem als Host für integrierte Anwendungen. Das könnte den Chatbot von Open AI nun weg von der bloßen Website und hin zu etwa einer Suchleiste oder einem eigenen Feld bei der Bing-Suche bringen. Doch auch Microsoft profitiert enorm.
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2. Microsofts Plan
Als ständiger Zweiter im Schatten von Google möchte Microsoft nun den Umschwung in der Suchmaschinen-Welt nutzen. Denn durch KI-unterstützte Chatbots könnte sich momentan langfristig die Art und Weise ändern, mit der wir im Internet nach Informationen suchen. Durch das intuitive Fragen wie in einem virtuellen Gespräch und mit Antworten, wie sie ein Experte in mehreren ganzen Sätzen formulieren würde, wird die Informationssuche im Internet revolutioniert. Gerade für jüngere Generationen ist das Internet dabei als Reflex für die Suche nach Wissen verankert und die virtuelle Welt ein ständiger Begleiter im Alltag. Wenn die Suchmaschine in ihrem Denken immer menschlicher wird erhöht das den Spaß am Interagieren mit ihr.

3. Googles Kerngeschäft in Gefahr
Google weiß natürlich selbst, wie Nutzer ihre Antworten haben möchten, nämlich schnell, kompakt und leicht verständlich. Aus diesem Grund gibt es bei Google den Knowledge Graph; hier werden direkt als erste Ergebnisse nicht nur Webseiten verlinkt, sondern es wird direkt der entsprechende Textabschnitt mit der Antwort auf die Frage gezeigt. Der Unterschied ist, dass Google hiermit nur Antworten wiedergeben kann, die jemand anderes geschrieben hat und das vielleicht in einem etwas anderen Zusammenhang. Ein Chatbot als Suchmaschine schreibt hingegen einen individuell angepassten Text als Erklärung, der exakt zu der gestellten Frage passt.
4. Wie kommt es dazu?
Es überrascht, dass Google bei Chatbot-KIs schon beinahe aufgeschmissen wirkt. Nach der Veröffentlichung von ChatGPT sollen sogar extra die Gründer von Google Larry Page und Sergey Brin in die Hauptzentrale geholt worden seien. Und dass, obwohl Google seit vielen Jahren aktiv an KI forscht? Ganze Firmen-Zweige haben sich hierfür entwickelt und die führenden Experten angestellt. Nun steht Google aber trotzdem unter Zugzwang. Vielleicht kontert es aber dafür mit einer erneut konkurrenzlosen Entwicklung. Schließlich hat Google den Vorteil, direkt Milliarden von Nutzern zu erreichen, enorme Mengen an Trainingsdaten in der Hinterhand zu halten und finanziell seit Jahren in großem Stil in Start-Ups und eigene KIs investiert zu haben. Es bleibt damit spannend im Wettlauf um die künstliche Intelligenz.


5. Was soll die neue Suchmaschine können?
Nicht weniger als das gesamte Konzept einer Suchmaschine soll sich nach Microsoft ändern. Anstatt dass als Antworten auf wenige Worte eine Liste an Links gezeigt wird, soll nach ARD-Angaben ein bis zu 1000 Zeichen langer Text eingeben werden, auf den dann in ganzen Sätzen direkt geantwortet wird. Etwa Sehenswürdigkeiten würden empfohlen und die Route zu ihnen beschrieben werden. ChatGPT soll dabei auch nicht mehr auf seinen jetzigen Wissensstand von 2021 begrenzt sein. Laut Microsoft wird damit eine neue Ära der Internet-Suche eingeläutet. Wie das gesamte Internet wird auch sie wohl interaktiver werden.
